Wiens bestes Buttercroissant – Der Test

Ja, ja das Buttercroissant oder wie man in Wien auch sagt, das Butterkipferl. Heißgeliebt, ob kleines Frühstück oder großes, ob zwischendurch, es darf nicht fehlen! Aber wo in Wien gibt es das wirklich Beste? Wir, das Jourdoux Kernteam – Frau Esskultur, Frau Entegut queenofsoup & myself mit Specialguests, Mr. deBosco und unser kleiner Nachwuchs-Feinschmecker, wollten es wissen.

Auf diese Verkostung bei unserem 5. Wiener Jourdoux, hab ich mich ganz besonders gefreut und war schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Nach 4 Jourdoux’s hab ich für mich die Erfahrung gemacht, dass meine persönlichen Favoriten vor der Verkostung im tatsächlichen Vergleich dann doch eher abstürzten. Natürlich hatte ich auch diesmal, bei den Buttercroissants meinen heimlichen Favoriten, der, siehe da, der Testsieger wurde. Oh, Oh, Oh ein zweifacher Erfolg :)

Das ideale Buttercroissant

Croissant (von frz. lune croissante = zunehmender Mond, Bezeichnung der Mondsichelform) ist ein französisches Gebäck aus Plunderteig. Croissants werden in Frankreich mit Margarine hergestellt, deshalb muss man auch dort ausdrücklich nach “Croissant aux Beurre” fragen.

Wir waren uns alle einig wie das ideale Buttercroissant duften, schmecken, aussehen und klingen soll. Die Form sollte die eines Kipferls sein oder aber der “French-Style” (nicht die ausgeprägte Kipferlform, leicht gebogen, sich verjüngend an den Enden), mittelbraun die Farbe. Nimmt man es in die Hand soll die Leichtigkeit, die man im Begriff ist zu sich zu nehmen spürbar sein. Die Nase soll sich in reinem, zarten Butterduft mit ganz fein nussig eventuell karamelliger Note einschmeicheln können. Das Reinbeißen soll für die Ohren ein Konzert werden, wenn der Biss von der hörbar, zart knusprigen Schicht in das weiche Innere gleitet. Abschließend werden die Zungenknospen bei dem Geschmack von leichter Süße, dem reinen Buttergeschmack, der feinen, feuchten Kühle und Zartheit aufblühen. Das perfekte Buttercroissant ist leicht, zart und buttrig aber sehr selbstbewußt und entfaltet sich auch ohne Marmelade oder sonstigen Draufgaben.

Die Teilnhemer

Nachdem wir 31 Bäckereien und Konditoreien quer durch Wien durchgerufen hatten, blieben noch 24 über, die wir uns gerecht für den Einkauf aufteilten. Und so gingen ins Rennen:

  • Aida
  • Anker
  • Auer Brot
  • Demel
  • Felzl
  • Gerstner
  • Gragger
  • Gregors
  • Grimm
  • Heiner
  • Joseph Brot
  • Klement
  • Kolm (Kaas am Markt)
  • Kornradl
  • Landtmann
  • Le Bol
  • Mann
  • Mühlenbrot
  • Kurkonditorei Oberlaa
  • Rudolf Ölz
  • Orlando di Castello (Patissier: Pierre Reboul)
  • Ströck
  • Schrott
  • Schrammel

Verkostungsarbeit

Frau Esskultur bereitete wie immer die Verkostungslisten zu. Die Kipferln wurden numeriert und anonymisiert. Wasser und Darjeeling standen zur Neutralisation des Gaumens bereit und auch der obligate Spucknapf durfte nicht fehlen. Bewertet wurde das Aussehen mit 0-3 Punkten, die Konsistenz mit 0-7 Punkten und der Geruch & Geschmack mit 0-10 Punkten. Der Beginn ist natürlich am schwierigsten, da noch keine Vergleichswerte vorhanden sind.

Eine Verkostung ist wirklich harte Arbeit. Vor allem werden die Sinne extrem strapaziert, wenn sich doch, wie in diesem Fall, ein gutes Drittel im “ganz-weit-unten-Feld” befindet, ein weiteres Drittel im bescheidenen Mittelfeld und nur einige wenige den Geschmacks- und Geruchssinn Freude und Zufriedenheit bereiten. Da braucht es zwischendurch dringend eine Verschnaufspause und auch gegenseiteige Motivation um weiterzumachen. Für mich ist es wirklich immer wieder überraschend, wieviele Grauslichkeiten ans Tageslicht kommen. Im Vergleich ist das natürlich sehr eindeutig. Jedesmal aufs neue jedoch bin ich nach Ende der Verkostung sehr zufrieden und glücklich über das Erspüren und Ausfindig machen des guten Geschmacks, der uns VerkosterInnen auch immer wieder antreibt.

Aber jetzt!

Ladies & Gentlemen, es ist mir eine Ehre die drei besten Buttercroissants Wiens bekanntgeben zu dürfen. Unsere Auswertung hat folgende eindeutigen Gewinner ergeben:

  1. Orlando di Castello (produziert vom französischen Chef Patissier Pierre Reboul aus dem Café Central, ebenso bei beaulieu)
  2. Le Bol
  3. Demel

Im Mittelfeld waren die besten

  • Heiner
  • Anker
  • Rudolf Ölz

Eindeutige Verlierer waren:

Unser 6. Jourdoux begibt sich in die Welt der Kokoskuppeln, die Komposition aus knuspriger Waffel, feinster Kakaocreme, lockerem Kokos, getunkt in Schokolade, und wird voraussichtlich am 07. Jänner 2012 stattfinden. Falls wer Interesse zum mitkosten hat, der kann gerne anfragen.

Aber bis dahin viel Genuss beim Buttercroissant.

Be tuned!

Titelbild: Glen Scarborough (Flickr)

3 Comments

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katha
8. November 2011 at 10:35

sehr schön formuliert, frau gastgeberin! wer da keine lust auf ein butterkipferl bekommt, ist wohl verloren.
(und zur info: meine nase wurde noch über dem anfang des kipferls professionell abgebremst.)

weltbeobachterin
8. November 2011 at 22:52

meine Hochachtung 25 Kipferl – ich stelle mir grad die Als die Größte Herausforderung vor, die es bei einem Jourdoux gab? Oder

Topfengolatsche ist nicht gleich Topfengolatsche « Titi Laflora
17. Mai 2012 at 21:46

[…] Wiens bestes Buttercroissant […]

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